Demokratie geht anders

In der NW vom 31.Januar wurde unter der Überschrift „Aus für die Primusschule“ über die Petition der Initiaitve Primus-Schule an den Landtag berichtet.

Die Initiative fragt sich verwundert, von wem die Presse informiert wurde, denn in der letzten Sitzung des Schul- und Sportausschusses wurde über die Petition nur im nichtöffentlichen Teil berichtet und die Initiative wurde von der Presse nicht befragt.
Wenn die gleichen Personen, die zum Thema Primus-Schule im Schul- und Sportausschuss für den Ausschluss der Öffentlichkeit gesorgt haben, nun Öffentlichkeit über die Presse herstellen, wird deutlich: für den Ausschluss von Öffentlichkeit gab es keinerlei Grund. Diese Behandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit widerspricht unserem Demokratieverständnis – Demokratie geht anders.

Zur Petition stellt Uta Kumar, Sprecherin der Initiative, fest: „Eine abschließende Bewertung unserer Eingabe an den Petitionsausschuss ist noch nicht möglich, weil der Petitionsausschuss unsere Nachfragen zum Beschluss vom 13.Januar noch prüft. Sobald uns die Ergebnisse dieser Prüfung vorliegen, werden wir umfassend und öffentlich über den Ausgang unserer Petition berichten.“

Besser Primus

Die Initiative Primus-Schule hat sich mit der Verwaltungsvorlage zur Verlagerung der Hellingskampschule an den Standort Josefschule befasst. „Nun ist die Katze aus dem Sack“ sagt Uta Kumar. „Wir hatten uns sehr dafür engagiert, dass an diesem Standort eine Primus-Schule entsteht.“ Es gab genügend Eltern, die dies wünschten, und große Unterstützung im Ostmannturmviertel.
Die Pläne der Schulverwaltung blieben bis jetzt im Dunklen. Nun werden wirtschaftliche Überlegungen öffentlich. Der Umzug der Hellingskampschule und die Auflösung der Josefschule wird vom Schuldezernenten auch pädagogisch begründet. „Unglaubwürdig“, kontert die Initiative, „denn das bessere pädagogische Konzept für das Ostmannturmviertel heißt PRIMUS.“ Für die Zukunft hofft die Initiative auf eine transparente Schulpolitik, die aufgeschlossen ist gegenüber bürgerschaftlichem Engagement und Beteiligung ermöglicht. Dem dokumentierten Wunsch vieler Eltern nach einer Schule von der 1.-10. Klasse zu entsprechen, gehöre weiterhin auf die Tagesordnung. Statt Sparüberlegungen sollten Innovative Schulkonzepte Anlass für schulorganisatorische Maßnahmen sein.

Neue Unterstützergruppe

Nach ausführlicher Diskussion hat sich nun auch der Ortsjugendausschuss der IG-Metall Jugend dafür ausgesprochen, die Gründung einer Primus-Schule in Bielefeld zu unterstützen. Die IG-Metall Jugend führt momentan eine Kampagne Revolution Bildung durch, in der sie bundesweit auf eklatante Mängel im Bildungssystem hinweist und eine gute Bildung für alle fordert: Revolution Bildung

Antwort an die GrundschulleiterInnen

Auf die kurz vor den Sommerferien veröffentlichte Stellungnahme der Bielefelder GrundschulleiterInnen, die sich einstimmig gegen die Teilnahme der Stadt Bielefeld am Modellversuch Primus aussprachen, hat die Initiative jetzt reagiert. Dabei stellen wir die mangelnde Informationen der GrundschulleiterInnen  bezüglich der Eckpunkte des Landesschulversuchs heraus. Leider hat das Schulamt der Stadt über die Rahmenbedingungen weder die Öffentlichkeit noch Eltern oder Schulen informiert. 
Hier der Text der Antwort im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Reiske,

Ihre Stellungnahme zur Teilnahme der Stadt Bielefeld am Schulversuch PRIMUS erreichte uns über den Stadtelternrat.
Es hat uns gefreut, dass Sie die pädagogische Idee der Primusschule positiv sehen. Dass Sie sich trotz dieser grundsätzlichen Zustimmung im Weiteren gegen die Einführung einer Primusschule in Bielefeld aussprechen, finden wir sehr schade.
Sehr verwundert hat uns, dass Sie Ihre Stellungnahme, in der Sie die Tätigkeit unserer Initiative bewerten, nicht auch uns zuschickten.
Zu Ihrer Kritik an unserer Initiative und Ihren Einwänden gegen den Schulversuch PRIMUS in Bielefeld möchten wir dennoch Stellung nehmen.

Zu den Punkten 1 und 2:
Ihre Anmerkung, „es würde mindestens 5 Jahre dauern“, bis in einer Hauptschule die Anforderung des Schulversuchs PRIMUS, eine Schule für alle zu sein, erfüllt werden könnte, steht im Widerspruch zu den Eckpunkten des Landes zum Schulversuch.
Eine Primusschule ist von Anfang an eine Schule für alle Kinder, denn unabhängig von ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten dürfen alle Kinder diese Schule besuchen.
Da eine Primusschule eine Schulneugründung ist, macht es deshalb auch keinen Unterschied, in welcher Schulform diese neue Schule startet. Ihr Eindruck, „dass eine Bielefelder Grundschule für die Rettung einer Hauptschule zuständig sein soll“, entbehrt jeder Grundlage. (mehr…)

Zwei neue Leserbriefe

In den letzen Tagen wurden von der Lokalpresse zwei Leserbrief engagierter Bürger abgedruckt, in denen sich diese für die Primus-Scnhule einsetzen. Wir dokumentieren diese hier.
Zunächst der Leserbrief von Martin Schmelz, Bürgernähe:

Das Gerangel und die Blockaden der Schulen und der Schulverwaltung um die Gründung einer Primusschule in Bielefeld ist nur noch peinlich. Es wird dem Anspruch unserer Stadt, Bildungs- und Wissenschaftsstadt zu sein, in keiner Weise gerecht. Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in Bielefeld 2010-214 unter dem Motto „Mut für Neues – Bielefelds Zukunft gestalten“ heißt es: „Insbesondere wollen wir……..

(ganzer Leserbrief)

Harald Schuppe schreibt in seinem Leserbrief:

Das für die meisten Bielefelder undurchschaubare Scharmützel um die Primusschule zeigt vor allem eines: Der von der NRW-Politik verkündete Schulfrieden existiert überhaupt nicht und wir auch nicht wirklich einkehren, solange sich zwei grundsätzlich divergierende Auffassungen in der Bildungs- und Gesellschaftspolitik gegenüberstehen……

(ganzer Leserbrief)

Petition beim NRW-Landtag eingereicht

Die Initiative Primus-Schule hat nun, Ende Juli, die angekündigte Beschwerde beim Petitionsausschuss des Landtags eingereicht.
„Laut NRW-Koalitiationsvertrag soll sich Schule in NRW im Dialog mit allen Beteiligten entwickeln. Diesem Maßstab entspricht das von uns kritisierte Verwaltungshandeln nicht. Insbesondere wurde der
Elternwille ignoriert.“ So begründet Uta Kumar diese Petition der Initiative, in der mit zahlreichen Dokumenten dargestellt wird, wie die Aktivitäten der Initiative zur Beteiligung der Stadt am Schulversuch
Primus von Anfang an v.a. durch die Schulverwaltung behindert wurden. Über den weiteren Verlauf werden wir im Blog berichten.

Pressespiegel 17.7.2014

Münstersche Zeitung berichtet:

Die Toten Hosen unterstützen die Primus-Schule
Facebook-Aufruf wirbt für Projekt

Prominente Unterstützung für die Primus-Schule in Berg Fidel: Die Toten Hosen veröffentlichten auf ihrer Facebook-Seite eine entsprechende Nachricht, die auf das Projekt aufmerksam macht. …

Primus-Schule ist nicht vom Tisch – Beschwerde beim Petitionsausschuss des Landtags wird eingereicht

Die Initiative Primus-Schule Bielefeld ist bestürzt über den Verlauf des Spitzengespräches mit Vertretern der Landes- und Bezirksregierung. In ihrer Stellungnahme für das Spitzengespräch (siehe Anlage) beschrieb die Initiative schlüssig, wie und wo die Primus-Schule vollständig im Rahmen der rechtlichen und sachlichen Bedingungen aufgebaut werden kann: die Brodhagenschule wird Standort der Sekundarstufe I der Primusschule (Klassen 4-10) und freie Räume im Gebäude der Josefschule werden Standort der Eingangsstufe (Klassen 1-3). Dieses Konzept hat die Schulverwaltung komplett missachtet: Zum Spitzengespräch wurde der Raumplan der Josefschule nicht vorgelegt, aber behauptet, es seien dort nicht genügend Klassenräume vorhanden. Ein Raumplan der Brodhagenschule, entsprechend der, von der Initiative vorgeschlagenen, Nutzung durch die Jahrgänge 4-10 einer Primusschule, legte Herr Müller auch nicht vor.
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Informationsbesuch in der Offenen Schule Köln

Für die Zeit nach den Sommerferien plant die Initiative Primus-Schule einen Informationsbesuch bei der Offenen Schule Köln. Im Jahr 2009 fand sich im Netzwerk Inklusive Schule Köln e.V. (www.netzwerk-inklusive-schule.de) eine Gruppe von Eltern und Pädagogen zusammen, um etwas zu schaffen, was es so noch nicht gab: Eine inklusive Schule für Alle, in der jedes Kind individuell gefördert wird, damit es seine Potentiale entfalten und zu dem jeweils höchstmöglichen Schulabschluss geführt werden kann. Eine Schule, von der kein Kind wegen Behinderung, Begabung oder sozialer Herkunft ausgeschlossen wird. Eine Schule, die sich nicht an den Defiziten, sondern an den Stärken der Schüler/innen orientiert und diese gezielt weiterentwickelt. Eine Schule der Vielfalt, in der Anderssein als Geschenk erlebt wird. Und eine lernende Schule, in der sich die ganze Schulgemeinde weiterentwickeln kann: Lehrende, Schüler/innen und Eltern.
Am 22.8.2012 begann die Offene Schule Köln (OSK) als staatlich genehmigte Ersatzschule als inklusive Gesamtschule im Aufbau zunächst mit den Jahrgangsstufen 5 bis 10 (Sekundarstufe I). Eine Sekundarstufe II ist in Planung. Im Schuljahr 2013/14 besuchen 150 Schüler/innen, davon 40 mit sogenanntem „sonderpädagogischem Förderbedarf“ die Offene Schule Köln. Im Vollausbau wird die Sekundarstufe I 300 Schüler/innen umfassen. Die OSK ist eine gebundene Ganztagsschule. Die Lerngruppen sind altersgemischt (Unterstufe: Jahrgangsstufen 5-7, Mittelstufe: Jahrgangsstufen 8-10). Der genaue Termin wird später bekannt gegeben.

Gespräch mit Vertreter des Schulministeriums ohne Lösung

Das am vergangenen Dienstag, 8.7.14, geführte Gespräch mit Bielefelder PolitikerInnen, dem Schulamt und Rainer Michaelis vom Schulministerium brachte keine Lösung bei der Findung eines bzw. zweier Standorte für die Primus-Schule. Eine Stellungnahme seitens unserer Initiative wird es später, zu einem geeigneten Zeitpunkt, geben.